Warum sind Fotografen so teuer?

Die Kalkulation eines Fotografen

Wenn man von einen professionellen Fotografen Fotos für sich oder seine Familie anfertigen lässt, fragt man sich meistens warum der Fotograf so viel Honorar verlangt. Gerade bei aufwänddigen Fototerminen wie einem Neugeborenshooting oder Hochzeitsreportagen macht sich das stark bemerkbar. Im folgenden Beitrag möchte ich dem entgegen wirken und etwas mehr Tranzparenz in die Preiskalkulation eines Fotografen bringen.

 

Die meisten denken, dass die Arbeit eines Fotografen sich auf die Zeit des eigentlichen fotografieren beschränkt. Im Normalfall beträgt aber das fotografieren gerade mal ca. 10-20% des Arbeitstages eines Fotografen. Tatsächlich besteht der größte Teil aus arbeiten am PC, nämlich die Postproduktion! Früher war es die Entwicklung in der Dunkelkammer, heute ist es das aussortieren der Bilder, farbliche Korrekturen, anpassen des Bildauschnittes und Retuschen. Hinzu kommen arbeiten wie Marketing, Buchhaltung, Anfragen bearbeiten und der Vorbereitungen für Shootings.

Das wäre der zeitliche Aufwand. Ein größeres Gewicht für die Kalkulation ist der Kostenaufwand!

 

Mögliche Kostenfaktoren eines Fotografen:

- Studiomiete, Homepage

- Anschaffungen wie Kamera, Objektive, Blitzanlage, Aufheller, Softboxen, Schirme, ect.

- Honorare für Models, Visagisten/innen, Assistenten

- Requisiten wie Hintergründe, Dekorationen, Hocker, Decken, Babykleidung und vieles mehr

- Berufliche Aufwändungen wie Versicherungen, Haftpflicht, Genossenschaft, Handwerkskammer, Verbände, ect.

 

 

Ebenfalls muss man beachten, dass der Fotograf nicht mehrere hundert Kunden am Tag wie z:B. ein Discountgeschäft hat, sondern eher wenige zeitaufwändige Aufträge. Teilweise sogar ein Auftrag über einen längeren Zeitraum. Somit muss ein Fotograf mit den weinigen Aufträgen das gesamte Jahr über alle Kosten decken. Auch zu berücksichtigen sind die Löcher in den Wintermonaten und den Sommerferien.

 

 

Hier mal ein klassisches Beispiel meines Zeitaufwandes bei einem  3 Stündiges Neugeborenenshooting:

 

Vorgespräch: 0,5h

Auswahl der Requisiten: 0,5h

Reine Shootingzeit: 2h

Pausen für Stillen, Windelwechsel, beruhigen des Babys, ect: 1h

Postproduktion am PC und Erstellung der Webgalerie: 4h

 

Gesamtaufwand: 8 Stunden für einen Auftrag!

 

Wenn man bedenkt, dass nicht nur ein Shooting pro Tag im Studio stattfinden, wird einem erst bewusst, wie viel Zeitdruck für die Fertigstellung der Bilder auf einem Fotografen lastet.

 

 

Mit diesem kleinen Beitrag wollte ich mal einen Eindruck vom Alltag eines Fotografen vermitteln, um zu zeigen, dass auch Fotografen, wie in allen anderen Branchen, unter dem Druck der abgeschwächten Wirtschaft und der immer mehr gefordertenTranzparenz leiden.

 


Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Melle-Zuckerschnutte (Samstag, 13 Juli 2013 15:20)

    Hallo,
    ich habe vor 3 Jahre geheiratet und muss sagen das das schon stimmt. Wir haben auch einen Profi-Fotografen beauftragt. Er sollte die Kirchliche Trauung und ein paar Portraits von mir und meinem Mann machen. Und man hat eindeutig den Unterschied gesehen. Ein Bekannter von uns ist auch Hobby-Fotograf und hat uns ebensfalls fotografiert. Bilder waren von der Qualität her fast gleich, nur hat der Profifotograf die richtigen Momente besser erwischt Und einige Bilder in der Kirche waren beim dem Bekanntem etwas mehr verpixelt.
    Ich würde immer wieder einen Profi fotografieren lassen. Es lohnt sich wirklich.
    Schöner Beitrag.
    Ciao Melli


Mit diesen Partnern arbeiten wir regelmäßig zusammen