Wenn Eltern ihre Kinder zwingen oder "Nun lach doch endlich mal"

Die Vorbereitungen für ein KiTa Shooting können schon ganz schön aufwändig ausfallen. Stundenlang werden Haare mit dem Lockenstab bearbeitet und Unmengen Haarspray landen auf dem Kinderkopf. Rausgeputzt, als würde die 3-jährige Dame gleich selbst vor dem Traualtar stehen, trauen sich die Kinder zum Teil gar nicht mehr sie selbst zu sein.

 

Der ängstliche Blick wandert immer wieder von der Kamera zur Mama, die anfeuernd in der Ecke steht und selbst gerne mal Model spielen möchte. Die Angst, die Mama nicht zu enttäuschen, lähmt die Kleinen schon deutlich. Von natürlichen Bildern sind wir in dem Moment so weit entfernt, wie die Erde vom Mond. Auf ein scharfes „Lach doch mal!“ aus der Ecke hinter uns, folgt in der Regel ein gezwungenes Zähnezeigen. Doch die Angst und Unsicherheit ist immer noch zu sehen. Ein “REIß DICH MAL ZUSAMMEN!!!“ finde ich doch sehr übertrieben für Kleinkinder. Auch Bestrafungen verfehlen völlig den eigentlichen Sinn des Shootings. Spaß macht das dann leider niemandem mehr. Dem Kind nicht, der Mama nicht und uns auch auf keinen Fall.

„Heute ist einfach nicht mein Tag!“ hat jeder schon mal gesagt. Ich, als Erwachsene bin dann auch gerne mal knatschig, trotzig oder sogar traurig. Und Fotos an so einem Tag, mag ich überhaupt nicht. Kindern geht es nicht anders. Kinder haben genauso, wie wir Großen, ihre Launen. Wenn eine dieser Launen genau auf den Tag des Fotoshootings fällt, ist ein wundervolles Lächel-Foto kaum möglich. Aber auch das gehört dazu. Wir sind ja alle Menschen und keine Maschinen. Auf Knopfdruck ein tolles, echtes Lächeln rauszuzaubern ist sehr mühselig und für die Kleinen eine kaum lösbare Aufgabe.

Wir lassen allen, hier bei unseren Shootings, die Wahl. Wenn sie nicht fotografiert werden möchten, oder bestimmte Posen nicht mögen, ist das völlig ok. Auch die Allerkleinsten haben die freie Entscheidung. Ich möchte diese Entscheidungsfreiheit ja auch haben, wenn mir mal nicht nach Lachen ist.

In unserem Fotostudio geht es um möglichst natürliche Bilder mit entspannten Menschen, die Emotionen zeigen. Dazu braucht es viel Liebe und Geduld. Manchmal auch ein paar Tricks, wie Seifenblasen, kletternde Kuscheltiere, Witze oder schöne gedankliche Bilder. Wir geben uns besonders viel Mühe und möchten natürlich auch positiv in Erinnerung bleiben.

 

Bei einem erzwungenen KiTa-Shooting bleibt leider nicht die ganze Situation im Kopf gespeichert, sondern man erinnert sich nur an den schrecklichen Fotografen. Dass der Fotograf vielleicht überhaupt keinen Druck ausgeübt hat, sondern der Zwang von der Elternfront kam, wird nicht erinnert. Im schlimmsten Fall wird dadurch nur Angst vor solchen Terminen geschürt und diese kann sich im Laufe des Lebens deutlich verschlimmern. Dazu gehört übrigens auch die Prüfungsangst, denn da geht es ja wieder um Angst vorm Versagen und Angst vor „Bestrafung“.

Also lasst Eure Kinder sie selbst sein. Sie sind perfekt, so wie sie sind. Mal bockig, zickig, unerträglich oder einfach traurig. Emotionen gehören zum Menschsein und sind dazu da, um sie zu fühlen und wahrzunehmen.

 

Ich weiß, dass Du es nicht böse meinst, liebe Mama, nur setz dein Kind bitte nicht unter Druck. Es geht im Grunde nur um ein Foto, nicht um den Untergang der Welt. Also bleib geduldig, ruhig und fühle Dich gedrückt.

 

Fazit: Natürlichkeit kann man nicht erzwingen!

 

Liebe Grüße

Dani 

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Auszeichnungen

Gewinner des AFNS AWARDS 2017 in der Kategorie: Maternity Photography
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Unser Studio ist ausgezeichnet mit dem Zertifikat des Bund professioneller Portraitfotografen
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