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Wenn alles Andere unwichtig wird!

Ich habe mir für den Blog diese Woche ein schweres und trauriges Thema ausgesucht. Allerdings gehört das auch zu unserem Alltag und erdet uns immer wieder.

 

 

 

 

Als Sternenkinder bezeichnet man Kinder, die vor, während oder kurz nach der Geburt versterben.

Aber auch ältere Kinder, werden oft liebevoll von ihren Eltern so genannt.

 

Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie sich ein Papa fühlt, der hilflos zuschauen muss, wie seine Frau leidet und er das kleine Geschöpf nur kurz auf dem Arm halten kann. Oder gar eine Mama, die das Kind die letzten Monate unter ihrem Herzen trug, und nun genauso ohnmächtig alles ertragen muss. Vielleicht musste sie sogar in ihrem Körper spüren, wie das winzige Herz aufhörte zu schlagen.

 

Wenn ein Sternenkind geboren wird, ist das Ganze KEIN Fehler, der schnell vergessen werden muss. Denn diese winzige Person, so kurz ihre Existenz auch war, hat mindestens zwei Leben berührt. Nämlich die Leben seiner Eltern. Und Mama und Papa haben sich durch dieses Erlebnis verändert.

 

Ich habe selbst in meinem Bekanntenkreis ein Sternenkind. Da fehlten mir die Worte. Sprachlos zu sein, ist für mich eine Seltenheit. Ich habe lange überlegt, was ich sagen könnte. Aber dann hab ich mich daran erinnert, wie es war als ich meine Mama verloren hab. Ich konnte anderen kaum zuhören und war einfach froh, wenn jemand mit mir zusammen schwieg und einfach für mich da war. Ich kann mir den Schmerz ein Kind zu verlieren nur vorstellen und das bringt mich schon total aus dem Gleichgewicht. Ich kann in diesen Momenten nur mein offenes Ohr und meine Schulter zum Ausweinen anbieten, aber das mache ich sehr gerne. Ich versuche einfach da zu sein und wenn jemand reden will, bin ich zur Stelle.

 

 

Vielleicht weißt Du es noch gar nicht. Dennis macht Sternenkindfotografien. Es geht dabei nicht um Effekthascherei oder sich einen tollen Namen zu machen. Es geht einfach darum, die Eltern in ihrer Trauer zu unterstützen und Erinnerungen festzuhalten. Die Angst diese paar Stunden zu vergessen und sich nicht mehr an das kleine Gesicht erinnern zu können, macht die Trauerbewältigung sonst noch schwieriger. Dennis hat selbst ein Sternenkind und ist somit nicht einfach Fotograf, sondern vor allem auch ein Papa, der die Sterneneltern versteht und ihre Gefühle nachvollziehen kann. Die Eltern merken, sie sind nicht alleine in dieser schweren Situation. Es ist jemand da, der schon einmal genauso unter einem solchen Verlust leiden musste. Mit der liebevollen und einfühlsamen Art von Dennis haben die Eltern Unterstützung an einem der schwersten Tage ihres Lebens und bildhafte Erinnerungen, die neben der Liebe für immer bleiben. So wird das Loslassen und Trauern einfacher, denn ganz vergessen wird man dieses zauberhafte Lebewesen niemals.

 

Ich würde Euch an dieser Stelle gerne den ultimativen Tipp für die Trauerbewältigung geben. Aber das kann ich nicht. Denn Jeder Mensch ist anders und jeder Mensch trauert auch anders. All diese schlauen Sprüche wie „das Leben geht weiter!“ sind doch gar nicht nachvollziehbar für den Trauernden. Es gibt nichts was in einem Gespräch alle Tränen auf einmal trocknet. Das Ganze braucht Zeit.

 

Ich merke immer wieder, wenn Dennis von einem solchen Einsatz wieder ins Studio kommt, wie berührt und wie geerdet er ist. Es gibt so viele vermeintlich wichtige Dinge im Leben, die einen den ganzen Tag beschäftigen und auch gerne mal nächtelang wachhalten. Und dann kommt einer dieser Einsätze und alles wird relativ. Wie wichtig ist denn schon ein perfektes Bild mit der tollsten Belichtung, wenn gerade ein Kind gestorben ist. Wir finden, dass es wichtiger ist, sein eigenes Leben zu schätzen. Die meisten von uns haben ein Dach über dem Kopf und Menschen um sie herum, die sie lieben. Wir sind gesund und sollten uns das jeden Tag ins Gedächtnis rufen. Die meisten Menschen leben jeden Tag als würden sie noch tausend Jahre haben. Aber wir leben nicht ewig. Wir sollten dankbarer sein für die Dinge und Menschen, die wir haben und nicht das vermissen was uns fehlen könnte. Und dazu zählen nicht materielle Dinge wie Auto, Fernseher und Co., sondern viel wichtiger sind die Menschen, mit denen wir unser Leben teilen. Denn am Ende unserer Tage werden wir uns nicht an unsere Yacht erinnern, sondern an all die tollen und verrückten Menschen, die uns begleitet haben.

 

Über die Facebook-Seite „Sternenkindhelfer Schleswig-Holstein“ bekommen wir sehr viel Unterstützung. In dieser Gruppe sind betroffene Eltern und Menschen, die mit einem großen Herz gerne andere unterstützen. Hier werden liebevoll kleine Andenken genäht und sich ausgetauscht.

 

Falls Du so etwas schon erleben musstest oder gerade erlebst, wünsche ich Dir ganz viel Kraft für diese schwere Zeit.

 

Falls Du auch, genauso wie ich, ein Sternenkind in deinem Bekanntenkreis hast, teile den Eltern offen mit, dass du nicht weißt, wie du helfen kannst oder was du sagen sollst. Aber du kannst immer da sein zum Zuhören und zum in den Arm nehmen.

 

Wie geht es Dir mit diesem Thema?

 

Liebe Grüße

eure Dani

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Gewinner des AFNS AWARDS 2017 in der Kategorie: Maternity Photography
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