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Dani - total kinderlieb und dennoch kinderlos

Ich werde immer wieder gefragt, ob ich denn Kinder hätte, weil ich ja so liebevoll und verständnisvoll mit unseren kleinen Kunden umgehe. Nein, ich habe keine Kinder und ich will auch keine. Das hat allerdings auch Gründe, sehr persönliche Gründe. Eine solche Entscheidung nicht für jeden einfach nachvollziehbar und deshalb hab ich mich entschlossen, dieses Thema für Dich aus meiner Sicht mal ein bisschen besser zu beleuchten.

 

 

 

Ich habe mich schon sehr früh gegen ein Leben mit eigenen Kindern entschieden. Ich durfte schon mit knapp 12 Jahren feststellen, wie viel Verantwortung ein so zerbrechliches Wesen verlangt und wie viel Arbeit dahinter steckt. Ich wurde mit 11/2 große Schwester. Ich bin nachts aufgestanden und weiß, was es heißt nach einer durchkreischten Nacht, morgens in die Schule zu müssen, stinkende Windeln zu wechseln und mitten in der Nacht den kleinen Zwerg, wegen einem Krupphustenanfall nach draussen tragen zu müssen. Die Zeit damals war für uns familiär sehr schwierig, so dass ich mich zu einem sehr großen Teil alleine um das Baby gekümmert hab. Na klar, war ich auch stolz. Ich kannte kein anderes Mädchen, das ein echtes Baby umtüdeln konnte. Die Mädchen in der Schule waren manchmal neidisch, aber die hatten ja auch keine Ahnung, wie anstrengend das alles war.

 

 

 

Es gab viele tolle Momente mit meinem kleinen Bruder. Jede Weiterentwicklung hab ich ja irgendwie auch beeinflusst. Es stimmt, dass einen manchmal das unbeschwerte Lachen eines Kindes für die geopferte Zeit und die zerrütteten Nerven entschädigt. Dennoch hat das Alles Spuren hinterlassen. Bei mir sogar sehr deutliche.

 

 

 

In meinem Fall kommt aber noch viel, viel mehr dazu. Ein Therapeut hat mir mal gesagt, „Mensch, Mädchen, das alles reicht ja locker für drei Leben!“ Damit lasse ich Dich an dieser Stelle einfach mal im Dunkeln, denn das ist dann doch ein bisschen sehr privat und gehört zu meinem alten Leben. Und mit diesem alten Leben hab ich abgeschlossen, als ich letztes Jahr (2017) in den hohen Norden gezogen bin.

 

 

 

Ich bin Perfektionist. Ich stelle an mich selbst ganz besonders hohe Ansprüche. Ich will am liebsten alles perfekter als perfekt machen, immer an alles denken und niemals einen Fehler machen. Mein persönlicher Anspruch an mich selbst, ist es immer mindestens 150% zu geben. Aber das reicht mir selbst dann noch nicht.

 

 

 

Ich bin unter anderem Hochsensibel und nehme ständig alles Mögliche wahr. Du merkst wahrscheinlich schon, dass das ich für mich selbst eine große Belastung sein kann. Ich habe über viele Jahre gelernt, wie ich mit mir und meinen Eigenheiten umgehen kann. Aber ein zweites Leben mitversorgen? Nicht nur finanziell, sondern gerade gefühlstechnisch? Immer mental stabil genug sein, um jemand anderem ein sicheres Zuhause bieten zu können? Das habe ich mir lange nicht zugetraut und bin der Meinung, ein Kind läuft nicht so nebenher. Jedes Kind hat die volle Aufmerksamkeit seiner Eltern verdient. Und das auch noch 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Und das kann ich nun mal nicht bieten.

 

 

 

Früher hab ich oft einfach gesagt, „Ich mag keine Kinder, ich kann sie halt nicht leiden.“ Nicht weil, dass so war, sondern nur um einer großen Diskussion aus dem Weg zu gehen. Wie soll ich das denn mal eben in zwei Sätzen erklären. So richtig verstehen konnte das niemand. Soll ich jedem meine ganze Lebensgeschichte aufs Brot schmieren, der vermutlich eh kein echtes Interesse an den Gründen hat. Je häufiger ich das Thema Kinder mit einem hörbaren Augenrollen untermalt hab, desto schneller hatte ich meine Ruhe.

 

Wenn ich dann doch versucht habe zu erklären, dass ich keine Kinder will, wurde ich schnell unterbrochen mit einem „Och, du kannst keine Kinder kriegen?!“ Nein, ich will einfach keine.

 

 

 

Versteh mich nicht falsch, ich liebe Kinder, aber eben nicht 24/7. Ich brauche auch einfach meine Pausen und Auszeiten um mich zu regenerieren. Und wenn meine Zeit mit Kindern begrenzt ist, kann ich sehr entspannt und geduldig mit ihnen umgehen. Da macht mir auch ein kleiner Terrorzwerg nicht so wahnsinnig viel aus, denn ich weiß, wenn ich zuhause bin, habe ich meine Ruhe und kann meinen Akku laden.

 

 

 

Das Alles bedeutet aber für mich keinen Verlust an Lebensqualität. Ganz im Gegenteil, ich bin vielleicht einfach nicht dafür gemacht. Und so genieße ich es, mein Leben mit meinem Partner zusammen so zu gestalten, dass es uns gut geht. Egal, ob es bedeutet einfach mal wegzufahren, eine Nacht am Computer durchzuzocken oder den Luxus zu haben, sich einfach mal mitten am Tag schlafen legen zu können. Das alles kann ich mir gönnen.

 

Ich hab in dem Podcast von Maria Anna Schwarzberg (Proud to be sensibelchen) einen tollen Spruch gehört. „Wer keine Kekse hat, kann auch keine geben!“ Und sie hat so Recht. Ich muss mich um mich kümmern, um für andere da sein zu können. Also kümmere ich mich in meiner Freizeit um mein eigenes Wohlbefinden. Und im Studioalltag fühle ich mich manchmal wie eine Teilzeitmami, denn unsere Kinder im Studio sind auch irgendwie meine Kinder. Ich kann mich mit viel Liebe und Hingabe um die Kleinen kümmern und bin jeden Morgen ausgeruht und bereit für den nächsten kleinen Menschen, der meine volle Aufmerksamkeit verdient hat.

 

Ich hoffe, Du kannst mich nun ein bisschen besser verstehen.

 

Liebe Grüße

Dani

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Sonja Heinrich (Donnerstag, 05 Juli 2018 20:59)

    Hallo Dani, oh ja, ich kann dich sehr gut verstehen. Auch ich habe mich gegen Kinder entschieden. Wobei es bei mir ein paar andere Gründe gegeben hat. Manchmal denke ich darüber nach, was wäre wenn ich doch Kinder gehabt hätte? Dann gäbe es vielleicht auch Enkelkinder und mein Leben wäre vielleich auch ein bischen reicher geworden? Man sagte mir immer ich wäre bestimmt eine tolle Mama geworden und heute eine tolle moderne Omi die jeden Unsinn mitmachen würde. Ich habe einen guten Draht zu Kindern und erfreue mich heute an den Nachbarskindern. Wenn ich im Garten sitze und das Lachen und Juchen höre, bin ich glücklich. Wobei mir doch manches mal eine Familie fehlt. Aber das ist eine andere Sache. Mit lieben Grüssen Sonja

  • #2

    Dani (Freitag, 06 Juli 2018 11:19)

    Hallo Sonja, natürlich bringt jede Entscheidung Vor- und Nachteile mit sich. Dennoch bin ich glücklich mit meiner Entscheidung und sehe im Moment nur Vorteile, denn die Nachteile gleiche ich mit meinem wirklich tollen Job aus. Viele Liebe Grüße Dani

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