Für jeden Fotografen gibt es einen Kunden und für jeden Kunden gibt es einen Fotografen

 

Für jeden Fotografen gibt es einen Kunden und für jeden Kunden gibt es einen Fotografen.
Da es für uns Fotografen keine Richtlinien gibt, was die Vergütung angeht, bastelt sich jeder selbst seine eigenen Preise zusammen. Jeder führt seine eigene Kalkulation durch, um möglichst gut und mit Erfolg durch den Monat zu kommen. 
Ein Hobbyfotograf, der kein Studio hat und nur nebenberuflich fotografiert, kann seine Preise natürlich viel geringer halten. Wenn durch den Hauptjob alle anfallenden Kosten gedeckt sind, muss sich das natürlich nicht unbedingt im Stundenlohn widerspiegeln. Was allerdings völlig anders aussieht, wenn der Stundenlohn nicht nur die eigene Miete Zuhause zahlen muss, sondern auch noch ein  komplettes Studio am Leben halten muss. In einem Studio fallen nicht nur Kosten an wie Miete und Strom, sondern auch eine regelmäßige Erneuerung und Wartung des Equipments. Eventuelle Angestellte wollen ebenfalls bezahlt werden und wenn dann mal was kaputt geht, sollte auch noch etwas auf der hohen Kante liegen. Das ist schwer zu bewältigen mit Dumping-Preisen. Aber jemand der schon seit Jahren ein eigenes Studio bzw. Unternehmen führt, hat auch die nötigen Erfahrungen gesammelt. 
Es gibt ein tolles Beispiel, welches Dennis gerne anführt. Ein Unternehmer hat viele teure Maschinen und plötzlich geht eine davon kaputt. Jetzt möchte der Unternehmer aber nicht irgendeinen Handwerker sondern einen, der auf solche Maschinen spezialisiert ist. Er bekommt einen Termin und der Handwerker kommt ins Unternehmen. Der Handwerker schaut sich 10 Minuten lang die Maschine aus allen Perspektiven an, holt einen winzigen Hammer aus der Tasche und schlägt einmal ganz gezielt auf eine Stelle. Plötzlich nimmt läuft die Maschine wieder. Der Unternehmer ist froh und wartet gespannt auf die Rechnung. Als er die Rechnung sieht, trifft ihn der Schlag. Anfahrt und Reparatur 1499,00 EUR. Erbost ruft der Unternehmer den Handwerker an und verlangt eine neue Rechnung. Der Handwerker schickt ihm also eine neue Rechnung. In der Hoffnung einen geringeren Preis zahlen zu müssen, öffnet der Unternehmer den Umschlag und ist sehr irritiert. Anfahrt 150,00 EUR + Spezialwerkzeug 9,00 EUR + gezielter Hammerschlag 50,00 EUR + gesammelte Spezial-Erfahrungen in den letzten 8 Jahren 1330,00 EUR.
Eigentlich sollte auf jeder Rechnung auch immer aufgeführt sein, wie viele jahrelangen Erfahrungen vorher gesammelt werden mussten. Wie viel Schweiß und Tränen der heutige Erfahrungsstand gekostet hat. Wie oft man stundenlang über Büchern gehockt hat und verzweifelt ausprobieren musste. Da geht es nicht nur uns Fotografen so. Jeder Mensch, der ein Handwerk betreibt, wird erst mit der Zeit besser. Es ist tatsächlich noch kein Meister vom Himmel gefallen. Natürlich hilft Talent dabei etwas schneller zu lernen und zu begreifen, aber dennoch braucht Erfahrung Zeit um sich zu entwickeln.
Wenn ich Dennis bei den Newbornshootings beobachte, sehe ich auch die vielen Jahre Erfahrung und die locker 200 Babies, die er schon fotografiert hat. Dennis erahnt noch vor der Mami, ob der Zwerg noch Hunger hat. Diese Tiefenentspanntheit kriegen die winzigen Lebewesen natürlich auch mit und schlafen bei ihm auf dem Arm ziemlich oft direkt ein. Es wirkt für mich manchmal so, als hätte Dennis das Batteriefach an den Babies entdeckt und schaltet sie kurzerhand einfach auf stumm. Mit viel Liebe positioniert Dennis die kleinen Mäuse und spürt direkt, wenn die Kleinen eine bestimmte Position gar nicht mögen. Noch bevor die Minis anfangen zu quäken, bewegt er sie schon in eine angenehmere Lage. Das kann ein Anfänger einfach nicht. Wie auch? 
Ich mag auch das Beispiel mit den Hochzeiten. Jemand, der vielleicht erst seine fünfte oder sechste Hochzeit fotografiert, hat mit Sicherheit weniger Routine und Erfahrungen als jemand, der schon die 150ste Hochzeit begleitet. Dem "Anfänger" kann dann leicht etwas entgehen, wo der "Profi" einfach schon ein Gespür dafür entwickelt hat, wann was geschehen könnte. Auch der Umgang mit Gästen fällt dem "Profi" oft leichter. Man kann natürlich auch in der Sparversion einen echten Glücksgriff machen und nach der Hochzeit Hochglanzbilder in den Händen halten. Aber das darfst Du nicht voraussetzen. Die Qualität ist von Fotograf zu Fotograf unterschiedlich. Die Nachbearbeitung und schon der Stil der Bildgestaltung ist jedesmal einzigartig. Das muss man wissen und mögen. Ich bin kein Fan von Schnick Schnack. Wenn bei mir jemand anfangen würde durch irgendwelchen Klimbim zu fotografieren, weiß ich dass ich mich falsch entschieden hab. Aber dann ist es leider zu spät.
Egal wofür du Dich entscheidest, Du solltest damit glücklich sein. Du solltest Dich bei einem Fotografen immer wohl fühlen. Egal ob die Sparversion oder der Luxusfotograf, deine Hochzeit festhält, du musst mit dem Ergebnis zufrieden sein. Der Stundenlohn kann natürlich auch täuschen, der Luxusfotograf legt vielleicht unangenehme Starallüren an den Tag und die Sparversion könnte für die VOGUE arbeiten. Also lass Dich nicht nur vom Preis lenken, sondern lass Dir viele Bilder zeigen. Nicht nur ein paar aus dem Portfolio, sondern vielleicht geht ihr beim Kennenlerngespräch einfach mal eine komplette Hochzeit durch.
Ein oder zwei echte Knaller haben auch die Sparversionen zu bieten, aber ein bei Styled Shoots entstandenes Portfolio sagt nichts über die eigentliche Arbeit aus. Dort kann man Situationen immer wieder wiederholen und mehrfach positionieren. Da kann auch ein Anfänger ganz fantastische Portraits erstellen, denn die Profis sind direkt dabei und stehen mit Rat und Tat zur Seite. Dieser Coach wird aber auf Deiner Hochzeit nicht dabei sein. Du musst Dich darauf verlassen, dass die gezeigten Arbeiten während einer echten Trauung entstanden sind. Ein Fotograf mit viel Erfahrung braucht keinen Coach an seiner Seite. Der weiß, wie er den perfekten Bildaufbau schafft. Er weiß, wie er euch in Szene setzen kann, ohne die romantische Stimmung zu zerstören. Ein Profi wird nicht mit seinem Aufklappblitz, der fest an der Kamera verbaut ist, in der Kirche Bilder machen. Ein guter Fotograf hat ein ordentliches Equipment zur Verfügung und punktet mit lichtstarken Objektiven, für die man kein unangenehmes Zusatzlicht benötigt. 
Also lass dir viel zeigen. Schau auch in Rezensionen nach und frage Freunde und Bekannte, nach Erfahrungswerten mit verschiedenen Fotografen.  Wenn Dich dann die Bilder einer kompletten Hochzeit überzeugen und Du Dich gut aufgehoben fühlst, ist es perfekt. Fotograf und Kunde müssen einfach zusammenpassen und der pure Stundenlohn sagt darüber wenig aus. Wenn das Luxusmodell sich vielleicht nicht benehmen kann und irgendwie den kompletten Tag stört, können keine emotionalen Bilder zustande kommen. Wenn die Sparversion sich mit Euch freut und im Laufe des Tages fast schon zur Familie gehört, könnten am Ende die schönsten Bilder in Eurem Album kleben.
Zusammenfassend sagen Preise nichts allgemeingültiges aus. Bitte höre auf deinen Bauch und wähle einen Fotografen, der vom Stil und seiner Art einfach zu euch passt. Der Preis sollte zweitrangig sein. Überprüfe, was dir geboten wird und vergleiche ordentlich. Lass Dich bei solchen Entscheidungen nicht überrumpeln sondern schlafe lieber eine Nacht drüber, denn Deine Hochzeit gibt es nur einmal.
Viele Liebe Grüße
Deine Dani

 

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Auszeichnungen

Gewinner des AFNS AWARDS 2017 in der Kategorie: Maternity Photography
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Unser Studio ist ausgezeichnet mit dem Zertifikat des Bund professioneller Portraitfotografen
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