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Jetzt ists vorbei oder ich beerdige meine Jugend

 

 

So langsam wird es Ernst. Ich habe in zwei Monaten Geburtstag und auf einmal verändert sich was. Was sich ändert und wie ich damit umgehe, musst Du Dir unbedingt durchlesen.

 

 

 

 

 

Bis vor nem Monat hab ich das trara nicht verstanden, was manche machen, wenn sie ein Jahr älter werden. Ist auch nur ein weiteres Jahr und außerdem ist die blöde Zahl doch eh allen egal. Und dann kam er, der Tag an dem ich anscheinend verstanden hab, dass auch mich diese große Zahl einholt. Vor zehn Jahren war mir der Geburtstag echt egal. Das hat mich nicht positiv oder negativ beeinflusst. Alle um mich rum sind ausgerastet, weil ich endlich 30 wurde. Mmh, war für mich auch nur ne Zahl. Und jetzt steh ich da. Die große 4 rückt näher und auf einmal ändert sich irgendwie alles.

 

 

Also nicht alles, aber ich denke mehr über mich selbst und meine erreichten Ziele nach, als früher. Mir fallen immer mehr Dinge auf, die mich an mir selbst stören. Ich frage mich neuerdings, reicht mir ein toller Job, in dem ich angestellt bin. Warum hab ich nie eine Selbständigkeit gewollt? Warum hab ich noch nicht geheiratet? Welche Freunde stehen wirklich zu mir? Wer sind meine Freunde? Warum bin ich wie ich bin? Warum nerve ich mich manchmal so sehr, dass ich mich am liebsten von mir selbst trennen würde? Fragen über Fragen, aber keiner antwortet mir. Mein alter Freund der Selbstzweifel klingelt mal wieder an der Tür und fragt nach nem Date. „Echt jetzt?!“ Ist doch nur ne dumme Zahl, die nicht annähernd beschreiben kann, wer ich bin. Und dennoch trifft sie mich unerwartet hart. Und plötzlich stelle ich mich in Frage.

 

 

Vor dem Badezimmerspiegel fallen mir immer mehr graue Haar auf, die wie silbernes Lametta auf meinem Kopf prangen. Mittlerweile hab ich also drei Haarfarben, mein langweiliges Dunkelblond, mein heißgeliebtes Lila und das nicht erwünschte Silbergrau. Hauptsache die Tunnel in meinen Ohren passen farblich zu meinem Kopf. Ja, ich trage Tunnel und nicht so feine Damen-Ohrringe. Ich bin halt anders.

 

 

Jetzt hab ich schon so viele verrückte Jahre hinter mir, in denen ich nie über mein Alter nachgedacht hab. Und letztens im Supermarkt erwische ich mich selbst, wie ich doch tatsächlich vorm Weinregal stehe und mit dem Gedanken spiele, am Abend ein Glas Wein zum Essen zu trinken. Ich hab mich erschrocken und schaute mich sehr verblüfft um. Wo kam dieser merkwürdige Gedanke denn her? Das ist vielleicht wirklich ein Indiz, dass ich doch alt werde. Du musst wissen, ich trinke keinen Alkohol und schon gar keinen Wein. Irgendwie ändert sich grad etwas.

 

 

Es kommen immer mehr komische Gedanken in mir hoch. Ich hatte kurz die Idee, mir doch auch mal eine richtige Frauenhandtasche zuzulegen. So eine aus Leder, mit ner schicken Geldbörse, aber ich hab herzhaft lachen müssen und mich weiterhin für meinen Teenierucksack entschieden, denn mein Rücken dankt es mir jeden Tag. Nicht dass Du jetzt denkst, ich hätte keine Handtasche, aber ich fühle mich damit einfach nicht wohl.

 

 

Ähnlich geht es mir mit meinen Möchtegern-Chucks, die ich selbst eingefärbt habe. Ich mag sie einfach, weil sie so schön bequem sind. Ich hab auch schicke Schuhe, Pumps und HighHeels, aber das ist echt eine Ausnahme für ganz besondere Anlässe.

 

 

Wenn ich so drüber nachdenke, zieh ich mich überhaupt nicht altersgerecht an. Aber was ist schon altersgerecht? Ich fühle mich ja eigentlich gar nicht alt. Ich hab den Eindruck, ich bin irgendwo zwischen 20 und 30 hängen geblieben. Und lustigerweise werde ich auch immer so von Fremden eingeschätzt.

 

 

Mein ganzes Leben hat dazu geführt, dass ich heute so bin wie ich bin. Alle Tiefschläge und alle Erfolge, alle Exfreunde und alle Trennungen, alle Freundinnen und Feindinnen, alle meine Erlebnisse und meine Hypersensibilität. Ich bin heute das Ergebnis von so vielen verschiedenen Situationen. Viele Dinge sind in meinem Leben nicht so gelaufen, wie sie sollten. Ich musste sehr schwere Krisen alleine durchstehen und bin immer noch froh, dass ich niemals aufgegeben hab. Ich weiß nicht, ob Kämpferin das richtige Wort ist, aber es fühlt sich gut an.

 

 

Trotz aller Umstände hat mich mein bisheriges Leben nicht kleingekriegt, warum soll ich dann jetzt vor einer blöden Zahl kapitulieren. Also beschließe ich jetzt, mit Dir als Zeuge, dass ich mich nicht zum negativen verändern möchte. Ich will nicht plötzlich zu meiner eigenen Mutter mutieren, nur weil die fiese große vier da ist. Ich will im Herzen immer jung bleiben und möglichst viel Unsinn machen. Ich bleibe ein Seifenblasenfan und sammle weiter meine Hello Kitty Sachen. Ich bleibe so schön verrückt wie Du mich kennst.

 

 

Ich hab das Date mit meinem Selbstzweifel, übrigens dankend abgelehnt. Ich hoffe, er hat es jetzt endlich verstanden, dass für ihn kein Platz mehr in meinem Leben ist. In meinem Leben mache ich damit Platz für tolle Menschen, meine Freunde, Blödsinn und Albernheiten, liebevolle Gespräche, kontroverse Diskussionen und für mich, damit ich sein kann, wie ich bin.

 

 

Danke, dass ich Dir mein Herz ausschütten durfte. Danke, dass Du mit mir mitgefühlt hast und vielleicht sogar ein kleines Schmunzeln im Gesicht hattest. Ich hoffe, wir sehen uns bald, ob im Studio oder privat, wer weiß, was sich noch alles ergibt.

 

Viele liebe Grüße

Deine Dani

 


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Foto: Küstenbrautfotografie
Foto: Die liebe Kollegin Sarah von Küstenbraut Fotografie

Die Bloggerin

 

Ich bin Daniela, aber Du kannst mich gerne Dani nennen!

 

In diesem Blog:

Du hast ja keine Ahnung 😉, was hinter den Kulissen alles geschieht. Bei unseren Shootings oder im Studioalltag passieren die schrägsten und verrücktesten Dinge. Wir haben von „och wie süß“ bis „echt jetzt?!“ alles zu bieten. Das will ich nicht länger für mich behalten, sondern mit Dir teilen. Denn diese Momente machen meinen Job so liebenswert.

 

Warum dieser Blog?

Ich lese gerne Blogs und in den meisten Firmenblogs, wird das Thema vorgegeben, natürlich vom Chef kontrolliert und genehmigt. Das ist auch völlig in Ordnung, schließlich steckt in dem Unternehmen ja auch die Vision und die Idee des Chefs und er möchte, dass sein Unternehmen so gut wie möglich präsentiert wird.

Aber wie viele Blogs gibt es aus Sicht einer Angestellten? Nicht jeder Mensch macht sich direkt selbständig, weil er eine tolle Idee hat. So ging es mir auch. Aber ein Unternehmen wächst und entwickelt sich am besten, wenn die Mitarbeiter mit genauso viel Leidenschaft dabei sind und die Vision des Chefs mit der eigenen konform läuft. Dennis sieht das genauso und deshalb bin ich sehr glücklich ihn als Chef zu haben. In unserem Unternehmen stehen Potenzialentwicklung und Selbstverwirklichung an der Tagesordnung, denn wer seinen Job liebt, lernt gerne und bildet sich spielend weiter. Und das lässt das ganze Unternehmen wachsen und immer besser werden. Wir sind das beste Beispiel, dass man sich nicht unbedingt selbständig machen muss sondern auch als Angestellte/r seinen Traum leben kann.

 

Du glaubst mir nicht? Dann lies Dich doch mal fleißig durch meinen gesamten Blog 😊

 

Viele Liebe Grüße

Dani

 

PS: Wie siehst du das? Gibt es etwas, das sich brennend aus meinem Alltag interessiert?

Ich bin offen für Themenvorschläge und Anregungen, denn Du gestaltest meinen Alltag im Studio mit.

Dann schreib mir einfach eine Mail an: dani@fotostudio-littlemoments.de

 

 


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Gewinner des AFNS AWARDS 2017 in der Kategorie: Maternity Photography
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Unser Studio ist ausgezeichnet mit dem Zertifikat des Bund professioneller Portraitfotografen
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